von Jana Braumüller
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Aktivismus light - Was kann ich tun, um ins Handeln zu kommen?

5 Tipps, um gesellschaftlich aktiv zu werden
Kaffeetasse auf dem Tisch

Wir leben in einer Welt, in der gefühlt jeden Tag neue Dinge passieren, für die wir aktiv werden könnten. Ob nun Klimaschutz, die Modeindustrie, die politischen Entwicklungen in Deutschland oder der Plastikkonsum. Gerade, wenn wir uns im Nachhaltigkeitsbereich bewegen, stoßen wir immer wieder schnell an gesellschaftliche Themen, die uns ins Grübeln bringen.

"Deswegen ist es immer wichtig, erst das eigene Tun zu hinterfragen ehe das große Ganze in Angriff genommen wird. Vor allem bei unseren Kaufentscheidungen wirken wir aktiv an nachhaltigen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen mit"

Bildschirm auf dem Schreibtisch Demonstrantin mit Megafon

Und trotzdem fällt es oft schwer den ersten Schritt zu machen. Wo und wie fange ich an? Bringt das alles überhaupt etwas? Wie kann ich meinen Beitrag leisten?

Dabei ist es oft gar nicht so wichtig, wie groß oder ausgefeilt der erste Schritt ist, sondern einfach nur, dass wir ihn gehen. Mit ein paar einfachen Tricks können wir diese gedachte Hürde überwinden und in Zukunft einfach ins Handeln kommen.

 

  1. Wende dich an Menschen, die bereits aktiv sind

 

Die Erfahrung zeigt, dass es am schwersten ist alleine aktiv zu werden. Deswegen ist es gut von Anfang an Leute um sich zu scharen, die wissen wie es geht bzw. die sich schon länger engagieren. Gerade, wenn man anfangs unsicher ist und nicht genau weiß, wie z.B. Demonstrationen ablaufen oder warum man eine Petition unterzeichnen sollte, ist es goldwert sich mit diesen Fragen an Menschen zu wenden, die bereits mehr Erfahrung als man selbst gesammelt haben. Das kann im Familien- und Bekanntenkreis sein. Kann heutzutage aber natürlich auch online passieren. Es gibt immer mehr große und kleine BloggerInnen, die ihre Reichweite für nachhaltige und gesellschaftspolitische Themen einsetzen. Dort findet man oft viele Informationen und vor allem Ermutigung selbst auch den Schritt zu wagen.

 

  1. Jeder Schritt zählt

 

Gerade am Anfang hat man oft das Gefühl rein gar nichts zu bewirken. Und wie oft haben wir alle schon den Satz gehört oder selbst gesagt: „Ich alleine kann doch sowieso nichts ausrichten.“ Jetzt stellt euch vor alle, die diesen Satz gesagt haben, hätten auch nur eine kleine Sache in ihrem Leben verändert. Kaum auszudenken, wie viel dies bewirkt hätte. Deswegen: wirklich jeder Schritt zählt. Egal, ob du einen fleischfreien Tag in der Woche anstrebst, nur noch einmal im Monat shoppen gehen willst oder eine Demo im Jahr besuchst. All diese kleinen Entscheidungen sind wichtig für das große Ganze und können dazu führen, dass du langfristig am Ball bleibst.

 

  1. Habe keine Angst vor Unwissenheit

 

Eine der größten Hürden, warum Menschen nicht aktiv werden, ist die vermeintliche Unwissenheit über die Thematik. Wir denken oft, wir könnten erst anfangen aktiv zu werden, wenn wir ExpertInnen auf diesem oder jenem Gebiet sind. Dabei ist das totaler Quatsch. Jeder fängt irgendwo an. Und ihr könnt genau dort anfangen, wo ihr gerade seid. Man muss nicht alles über den Nahost-Konflikt wissen, um gegen Krieg zu sein. Und man muss auch nicht besonders gut über die Braunkohlegewinnung Bescheid wissen, um für erneuerbare Energien einzustehen. Wichtig ist nur, dass man es tut. Und sobald ihr erstmal anfangt aktiv zu werden, kommt das Wissen und die Lust auf mehr Information von ganz allein.

 

  1. Hinterfrage und stehe zu deinen Entscheidungen

 

Veränderung fängt im Kleinen an. Wir können uns keinen Wandel wünschen ohne selbst etwas dafür zu tun. Deswegen ist es immer wichtig, erst das eigene Tun zu hinterfragen ehe das große Ganze in Angriff genommen wird. Vor allem bei unseren Kaufentscheidungen wirken wir aktiv an nachhaltigen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen mit.

Habt ihr schon einmal überlegt, wer euer Geld bekommt? Egal, ob bei Lebensmitteln, Kleidung oder auch Kosmetik. Das Geld bekommt die Firma, die man mit dem Kauf des Produkts unterstützt. Dabei könnt ihr sehr genau wählen, wer eure Unterstützung erhält. Alltagsaktivismus leicht gemacht! 


Und wenn ihr euch dann entschieden habt, steht auch dazu. Wenn eure Werte in Frage gestellt werden, haltet dagegen. Verbal natürlich. Gerade im Familienkreis kann es schnell passieren, dass die Meinungen auseinanderdriften. Kleiner Tipp: Wenn ihr keine Lust auf lange Diskussionen habt, sind Statement-Shirts immer noch ein gutes Mittel, um Farbe zu bekennen und seine Werte offen zu tragen.

1. Gönne dir Pausen

Oft wird man ganz euphorisch, wenn man sieht, wie viel Kraft das eigene Handeln hat. Gerade, wenn man politisch aktiv wird, kann man sich sehr schnell darin verlieren und ehe man sich versieht, gibt es kaum noch ein anderes Thema.

Auch wenn ihr euer Zuhause nachhaltiger gestaltet, ergeben sich jeden Tag so viele neue Eindrücke und am liebsten möchte man alles auf einmal lösen.

Um am Ball zu bleiben ist es jedoch wichtig auch mal innezuhalten. Reflektiert, was ihr schon erreicht habt. Und gönnt euch selbst die nötige Ruhe, denn es ist auch völlig okay, mal nichts zu tun. Erst mit den Pausen könnt ihr wieder mit voller Energie durchstarten und Dinge verändern, die euch wirklich wichtig sind.

 

Mit diesen simplen Tricks könnt ihr einen ersten Startpunkt setzen und wer weiß, vielleicht seid ihr bald schon selbst sehr aktiv und könnt andere dazu inspirieren es ebenfalls zu wagen.

Habt ihr noch weitere Tipps, wie man es schafft ins Handeln zu kommen?

Jana Braumüller
Jana Braumüller ist freie Journalistin aus Berlin. Sie gründete das Online-Magazin Not Another Woman Mag für mehr Sisterhood und Selbstliebe und engagiert sich als Co-Gründerin der Fashion Changers für die mediale Sichtbarkeit fairer Mode.