von Jana Braum├╝ller

Aktivismus light - Was kann ich tun, um ins Handeln zu kommen?

Wir leben in einer Welt, in der gef├╝hlt jeden Tag neue Dinge passieren, f├╝r die wir aktiv werden k├Ânnten. Ob nun Klimaschutz, die Modeindustrie, die politischen Entwicklungen in Deutschland oder der Plastikkonsum. Gerade, wenn wir uns im Nachhaltigkeitsbereich bewegen, sto├čen wir immer wieder schnell an gesellschaftliche Themen, die uns ins Gr├╝beln bringen.

Und trotzdem f├Ąllt es oft schwer den ersten Schritt zu machen. Wo und wie fange ich an? Bringt das alles ├╝berhaupt etwas? Wie kann ich meinen Beitrag leisten?

Dabei ist es oft gar nicht so wichtig, wie gro├č oder ausgefeilt der erste Schritt ist, sondern einfach nur, dass wir ihn gehen. Mit ein paar einfachen Tricks k├Ânnen wir diese gedachte H├╝rde ├╝berwinden und in Zukunft einfach ins Handeln kommen.

1. Wende dich an Menschen, die bereits aktiv sind

 

Die Erfahrung zeigt, dass es am schwersten ist alleine aktiv zu werden. Deswegen ist es gut von Anfang an Leute um sich zu scharen, die wissen wie es geht bzw. die sich schon l├Ąnger engagieren. Gerade, wenn man anfangs unsicher ist und nicht genau wei├č, wie z.B. Demonstrationen ablaufen oder warum man eine Petition unterzeichnen sollte, ist es goldwert sich mit diesen Fragen an Menschen zu wenden, die bereits mehr Erfahrung als man selbst gesammelt haben. Das kann im Familien- und Bekanntenkreis sein. Kann heutzutage aber nat├╝rlich auch online passieren. Es gibt immer mehr gro├če und kleine BloggerInnen, die ihre Reichweite f├╝r nachhaltige und gesellschaftspolitische Themen einsetzen. Dort findet man oft viele Informationen und vor allem Ermutigung selbst auch den Schritt zu wagen.

"Deswegen ist es immer wichtig, erst das eigene Tun zu hinterfragen ehe das gro├če Ganze in Angriff genommen wird. Vor allem bei unseren Kaufentscheidungen wirken wir aktiv an nachhaltigen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen mit"

2. Jeder Schritt z├Ąhlt

 

Gerade am Anfang hat man oft das Gef├╝hl rein gar nichts zu bewirken. Und wie oft haben wir alle schon den Satz geh├Ârt oder selbst gesagt: ÔÇ×Ich alleine kann doch sowieso nichts ausrichten.ÔÇť Jetzt stellt euch vor alle, die diesen Satz gesagt haben, h├Ątten auch nur eine kleine Sache in ihrem Leben ver├Ąndert. Kaum auszudenken, wie viel dies bewirkt h├Ątte. Deswegen: wirklich jeder Schritt z├Ąhlt. Egal, ob du einen fleischfreien Tag in der Woche anstrebst, nur noch einmal im Monat shoppen gehen willst oder eine Demo im Jahr besuchst. All diese kleinen Entscheidungen sind wichtig f├╝r das gro├če Ganze und k├Ânnen dazu f├╝hren, dass du langfristig am Ball bleibst.

3. Habe keine Angst vor Unwissenheit

 

Eine der gr├Â├čten H├╝rden, warum Menschen nicht aktiv werden, ist die vermeintliche Unwissenheit ├╝ber die Thematik. Wir denken oft, wir k├Ânnten erst anfangen aktiv zu werden, wenn wir ExpertInnen auf diesem oder jenem Gebiet sind. Dabei ist das totaler Quatsch. Jeder f├Ąngt irgendwo an. Und ihr k├Ânnt genau dort anfangen, wo ihr gerade seid. Man muss nicht alles ├╝ber den Nahost-Konflikt wissen, um gegen Krieg zu sein. Und man muss auch nicht besonders gut ├╝ber die Braunkohlegewinnung Bescheid wissen, um f├╝r erneuerbare Energien einzustehen. Wichtig ist nur, dass man es tut. Und sobald ihr erstmal anfangt aktiv zu werden, kommt das Wissen und die Lust auf mehr Information von ganz allein.

4. Hinterfrage und stehe zu deinen Entscheidungen

 

Ver├Ąnderung f├Ąngt im Kleinen an. Wir k├Ânnen uns keinen Wandel w├╝nschen ohne selbst etwas daf├╝r zu tun. Deswegen ist es immer wichtig, erst das eigene Tun zu hinterfragen ehe das gro├če Ganze in Angriff genommen wird. Vor allem bei unseren Kaufentscheidungen wirken wir aktiv an nachhaltigen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen mit.

Habt ihr schon einmal ├╝berlegt, wer euer Geld bekommt? Egal, ob bei Lebensmitteln, Kleidung oder auch Kosmetik. Das Geld bekommt die Firma, die man mit dem Kauf des Produkts unterst├╝tzt. Dabei k├Ânnt ihr sehr genau w├Ąhlen, wer eure Unterst├╝tzung erh├Ąlt. Alltagsaktivismus leicht gemacht! ÔÇĘ

Und wenn ihr euch dann entschieden habt, steht auch dazu. Wenn eure Werte in Frage gestellt werden, haltet dagegen. Verbal nat├╝rlich. Gerade im Familienkreis kann es schnell passieren, dass die Meinungen auseinanderdriften. Kleiner Tipp: Wenn ihr keine Lust auf lange Diskussionen habt, sind Statement-Shirts immer noch ein gutes Mittel, um Farbe zu bekennen und seine Werte offen zu tragen.

5. G├Ânne dir Pausen

Oft wird man ganz euphorisch, wenn man sieht, wie viel Kraft das eigene Handeln hat. Gerade, wenn man politisch aktiv wird, kann man sich sehr schnell darin verlieren und ehe man sich versieht, gibt es kaum noch ein anderes Thema.

Auch wenn ihr euer Zuhause nachhaltiger gestaltet, ergeben sich jeden Tag so viele neue Eindr├╝cke und am liebsten m├Âchte man alles auf einmal l├Âsen.

Um am Ball zu bleiben ist es jedoch wichtig auch mal innezuhalten. Reflektiert, was ihr schon erreicht habt. Und g├Ânnt euch selbst die n├Âtige Ruhe, denn es ist auch v├Âllig okay, mal nichts zu tun. Erst mit den Pausen k├Ânnt ihr wieder mit voller Energie durchstarten und Dinge ver├Ąndern, die euch wirklich wichtig sind.

Mit diesen simplen Tricks k├Ânnt ihr einen ersten Startpunkt setzen und wer wei├č, vielleicht seid ihr bald schon selbst sehr aktiv und k├Ânnt andere dazu inspirieren es ebenfalls zu wagen.

Habt ihr noch weitere Tipps, wie man es schafft ins Handeln zu kommen?

Jana Braum├╝ller

Jana Braum├╝ller ist freie Journalistin aus Berlin. Sie gr├╝ndete das Online-Magazin Not Another Woman Mag f├╝r mehr Sisterhood und Selbstliebe und engagiert sich als Co-Gr├╝nderin der Fashion Changers f├╝r die mediale Sichtbarkeit fairer Mode.