Nachhaltig einkaufen

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Dem einen oder anderen mag der Begriff Nachhaltigkeit zu den Ohren rauskommen. Schließlich ist er in aller Munde und muss für vieles herhalten – jede Strategie oder Kampagne, jedes Lebensmittel, jede Handlung, jeder Einkauf soll seit einiger Zeit nachhaltig sein. Was aber ist eigentlich damit gemeint? Wie kauft man z.B. nachhaltig ein. Diese Frage ist deswegen nicht einfach und in Kürze zu beantworten, weil Nachhaltigkeit in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, vor verschiedenen Hintergründen und mit diversen Absichten propagiert wird. 

Für die Gesundheit und das Fortbestehen der Ökosysteme der Meere, Wälder und der übrigen Erde sind wir alle verantwortlich, solange wir auf dieser Welt leben.
Lebensmittel nachhaltig einkaufen
Die Generationen nach uns, beobachten uns und unseren Umgang mit der Welt, die wir für sie erhalten sollen – und sie werden mit dem umgehen (müssen), was wir ihnen hinterlassen.
Natur sorgt für nachhaltige Lebensmittel
Nachhaltigkeit betrifft sowohl das Jetzt als auch die Zukunft. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Aber woher wissen wir, wie eine bessere Welt aussieht? Wie werden sich kommende Generationen anpassen? Können wir uns auf eine gemeinsame Vorstellung von Nachhaltigkeit und den nötigen Schritten einigen?
nachhaltig einkaufen
Es ist ein langfristiges, dauerhaftes Unterfangen – gleichgültig, auf welcher Ebene Nachhaltigkeit umgesetzt wird: auf sozialer, politischer, ökonomischer oder ökologischer.
nachhaltig einkaufen
Denn was nützt das Pflanzen von Bäumen, wenn auf der anderen Seite zum Beispiel Produktionsbedingungen herrschen, die fern von allem sind, was sich klimaneutral nennen lassen könnte?
Nachhaltiges Verhalten beim Einkauf
Die Nachfrage steuert seit jeher das Angebot. Wer folglich ein nachhaltiges, in jeder Hinsicht umweltbewusstes, Konsum- und Einkaufs-Verhalten an den Tag legt, „zwingt“ den Markt, entsprechende Produkte oder Dienstleistungen anzubieten.

Trend, Unwort oder Bullshit-Bingo-Bestandteil?

Das erste Mal tauchte der Begriff Nachhaltigkeit im 17. Jahrhundert in der Waldwirtschaft auf – und zwar so simpel wie auch einleuchtend: Nachhaltige Waldwirtschaft betrieb, wer nur soviel wegholzte, wie der Wald auf absehbare Zeit und aus eigener Kraft nachwachsen lassen konnte. Heißt: Nachhaltiges Handeln sorgt dafür, dass die wesentlichen Eigenschaften und Beschaffenheiten eines natürlichen Systems (Wald, Meer sowie der Rest von Natur und Umwelt) erhalten bleiben.

Politische, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeitskonzepte verfolgen heutzutage in der Regel den Zweck, dass nachfolgende Generationen von Menschenkindern ihre Bedürfnisse ebenso gut befriedigen können, wie wir heute. Nun wäre es eine nahezu philosophische Diskussion, diese sogenannten „Bedürfnisse“ allgemeingültig zu definieren. Wenn es für den einen oder anderen ein Bedürfnis ist, regelmäßig Flugreisen zu unternehmen, und sich diese Anspruchshaltung auch bei den Kindern und Kindeskindern dieses Menschen hält, muss wohl nicht weiter erläutert werden, was das für den persönlichen ökologischen Fußabdruck und langfristig für die gesamte Ökobilanz bedeutet.

Nachhaltigkeit und nachhaltig einkaufen betrifft sowohl das Jetzt als auch die Zukunft. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Aber woher wissen wir, wie eine bessere Welt aussieht? Wie werden sich kommende Generationen anpassen? Können wir uns auf eine gemeinsame Vorstellung von Nachhaltigkeit und den nötigen Schritten einigen? Wie können wir unsere natürlichen Ressourcen verändern und nutzen, ohne dass sie verschwinden oder– anders gesagt – sich in Müllberge verwandeln?

Nachhaltigkeit ist ein langfristiges, dauerhaftes Unterfangen – gleichgültig, auf welcher Ebene sie umgesetzt wird: auf sozialer, politischer, ökonomischer oder ökologischer. Deswegen lässt sich Nachhaltigkeit auch eher als ein Weg bezeichnen, den es zu beschreiten gilt, denn als Ziel (wobei nicht selten der Weg bekanntermaßen das Ziel ist).

Für die Gesundheit und das Fortbestehen der Ökosysteme der Meere, Wälder und der übrigen Erde sind wir alle verantwortlich, solange wir auf dieser Welt leben. Und nur, wenn alle nachhaltig produzieren und verbrauchen (sozial und ökologisch), kann der Zyklus von ausgeglichener Nutzung und Regeneration funktionieren.

Damit diese Vision weltweit realisiert werden kann, muss sich das allgemeine Bewusstsein ändern. Verschiedenen Strömungen lassen darauf hoffen, dass ein Umdenken bereits eingesetzt hat und, dass es Fahrt aufnimmt. Die Generationen nach uns, beobachten uns und unseren Umgang mit der Welt, die wir für sie erhalten sollen – und sie werden mit dem umgehen (müssen), was wir ihnen hinterlassen.

 

Warum es hilft, nachhaltig einzukaufen

Nicht-Nachhaltigkeit, also der Raubbau an Natur und Umwelt, findet zum großen Teil statt, weil Konsumgüter auf nicht-nachhaltige Art produziert werden.

Leider werden ökologische Aspekte häufig zugunsten von wirtschaftlichem Wachstum und Profit übergangen. Und noch immer strebt die Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts nach einem ökonomischen Höher, Schneller und Weiter. Das bedeutet: Nachhaltigkeitsstrategien werden im Interesse des Kapitalismus ignoriert. 

Der Nachhaltigkeitsberaterin Iris Pufé zur Folge beginnt nachhaltiges Agieren im wirtschaftlichen Kontext nicht etwa damit, dass Unternehmen entsprechend soziale und/oder die Umwelt unterstützende Projekte finanziell unterstützen, sondern vielmehr sollten sie selbst umwelt- und sozialverträglich wirtschaften und produzieren. Denn was nützt das Pflanzen von Bäumen, wenn auf der anderen Seite zum Beispiel Produktionsbedingungen herrschen, die fern von allem sind, was sich klimaneutral nennen lassen könnte? Nachhaltigkeit (nachhaltig einkaufen) lässt sich alltagstauglich und damit für Konsumenten praktikabel gestalten. Warum nicht eine ökonomische Ökologie zum Standard machen – im Interesse des Fortbestehens dieser Welt?

Die Nachfrage steuert seit jeher das Angebot. Wer folglich ein nachhaltiges, in jeder Hinsicht umweltbewusstes, Konsumverhalten an den Tag legt, „zwingt“ den Markt, entsprechende Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Studien zeigen, dass immer mehr Menschen diese ökologisch und sozial Verantwortung übernehmen und nachhaltig einkaufen, indem sie darauf achten, wie, wo und unter welchen Bedingungen ihre Konsumgüter produziert werden.

Unter Umständen haben manche Menschen eine nachhaltige Lebensweise und sind sich dessen kaum bewusst: Laut Bundesumweltministerium gibt es zum Beispiel kaum noch Verbraucher, die bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten nicht auf deren niedrigen Energieverbrauch achten würden. Für die meisten spielt es außerdem eine Rolle, ob die Artikel zu reparieren sind und lange Jahre ihren Dienst tun. Auch Lebensmittel werden heutzutage zusehends mehr von regionalen Erzeugern gekauft als noch vor wenigen Jahrzehnten. Auf diese Weise tut man nicht nur der eigenen Gesundheit etwas Gutes, sondern vermeidet gleichzeitig unnötige Transportwege (und Kosten) und Verpackungsmüll.

Fairtrade, Bio, Eco, Schadstofffreiheit u.v.m. sind längst als allgemein gültige Qualitätsmerkmale und damit Gütesiegel anerkannt. Immer häufiger werden Unternehmen, deren nicht-nachhaltiges, Mitarbeiter-unfreundliches oder umweltschädliches Auftreten bekannt wird, von Konsumenten boykottiert. Mit bewussten Kaufentscheidungen (nachhaltig einkaufen) kann jeder im Alltag zur Rettung der Welt beitragen.

Plattformen wie unter anderem ethicDeals.de bringen sozial- und ökologisch verantwortungsvolle Kunden/-innen mit nachhaltigen Herstellern/-innen zusammen, die eine Balance zwischen Nachhaltigkeitsstrategien und ihren ökonomischen Interessen gefunden haben. So kann ein nachhaltiger Einkauf zum aktiven Klima- und Umweltschutz werden.

 

Aber sind nachhaltige Produkte nicht viel teurer als andere?

Kurz gedacht sind beispielsweise nachhaltige Lebensmittel für jemanden, der Geiz immer noch für geil hält, in der Tat kostspieliger als die Produkte aus dem Discounter. Menschen, deren Horizont weiter reicht als von der Wand bis zur Tapete, ist indessen vollkommen klar, dass wir uns Nicht-Nachhaltiges Konsumverhalten einfach nicht mehr leisten können – und das nicht aus finanzieller Hinsicht. Außerdem ist ein nachhaltiger Einkauf auf längere Sicht dann doch günstiger als oftmals gedacht:

  • Energieeffiziente Geräte schonen den Geldbeutel, weil sie länger halten, weniger Strom verbrauchen und eher repariert statt weggeworfen werden.

  • Gebrauchtes, im Sinne von Flohmarkt, Second-Hand-Läden und Kleinanzeigen stellen echte Alternativen zu Shoppingmalls und Möbelgeschäften dar.

  • Wer überlegter einkauft, kauft definitiv weniger ein und keine Dinge, die er oder sie nicht wirklich braucht. Folglich wird auch weniger weggeschmissen – weniger (konsumiert) ist dann eben mehr (Geld im Portemonnaie).

  • Auch das Teilen bzw. die gemeinsame Nutzung von Geräten oder Autos entspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken und senkt die finanzielle Belastung des einzelnen.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Fakt ist, das Argument, die Umstellung auf nachhaltige Produkte würde außerhalb des zumutbaren Budgets liegen, kann für kaum jemanden gelten gelassen werden. Es mag außerhalb der Komfortzone liegen, das eigenen Shopping- und Einkaufsverhalten zu überdenken und zu hinterfragen – aber nur außerhalb von Bequemlichkeit kann Entwicklung stattfinden.

Nachhaltigkeit sollte kein Trend bleiben, sondern eine Lebenseinstellung – für uns alle, im Interesse von uns allen!

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